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Pensionskasse erhält Zuschlag für Baurecht zum Baufeld Nord
Der neue Bundesrat Martin Pfister wird in Baar gefeiert.
Die Schlussabrechnung der Bundesratsfeier zeigt: Viele Beteiligte haben den Auftrag des Jahres erhalten. Weinhändler verkauften hunderte von Flaschen. Ein SRF-Journalist erhielt über 5000 Franken. Musiker hingegen bekamen ein Handgeld.
Der 20. März 2025, war ein historischer Tag. Der neue Bundesrat Martin Pfister wurde in seiner Heimatgemeinde Baar festlich empfangen. Der Kanton musste ganze 43 Jahre ausharren, bis er wieder auf einen eigenen Bundesrat zählen konnte. Hans Hürlimann (1918-1994) hiess er, der letzte Zuger Bundesrat. Der Kanton liess sich nicht lumpen, den neuen Magistraten standesgemäss zu empfangen. 478'589 Franken kosteten insgesamt die eher kleiner Wahlfeier in Bundesbern, der Empfang in Baar und die anschliessenden Festlichkeiten, wie der Regierungsrat letzte Woche mitteilte. Die Kosten beliefen sich wie prognostiziert in einem mittleren sechsstelligen Bereich. Die Schlussabrechnung wurde genehmigt.
Für die Migros war der Tag ein besonderer. Knapp 120'000 Franken konnte sie an der Feier einstreichen. So viel kosteten der Apéro, das Abendessen und die Getränke. Auch zuvor, im Extrazug von Bern nach Baar, wurde anscheinend fürstlich getafelt. Auf über 16'000 Franken belief sich die Rechnung für die Verpflegung im geschmückten Sonderzug. Anwesend waren Politiker, Militärs und Familienmitglieder. Weil die Migros keinen Alkohol ausschenkt, kamen dann beim grossen Fest in Baar andere Anbieter zum Zug. Für 250 Magnumflaschen Wein gab der Kanton 28'000 Franken aus. Die Flaschen hätten über 110 Franken gekostet, so Tobias Moser, der Zuger Landschreiber zur Zugerwoche. «Wir wollten schon etwas Spezielles auftischen.» Komplimente seien von links bis rechts abgegeben worden. «Quels bons vins», hätten ihm welsche Politiker zugeraunt. Ein grosser Posten war auch der «Bundesratskirsch»: 24'800 Franken. Sämtliche 800 Gäste hätten eine 37,5-cl-Flasche («einheimisch!») erhalten, so Moser.
Bescheiden dagegen fallen die Rechnungen der verschiedenen Musiker aus. Ein Jodlerklub verlangte 900 Franken, ein anderer 1050 Franken. Etwa gleich viel kriegte ein Sicherheitsdienst mit seinen Spürhunden. Diese sicherten unter anderem das Bahnhofgelände in Baar ab, bevor der Sonderzug ankam. Auch sonst wurde viel für die Sicherheit ausgegeben. Für die Miete von Überwachungsdrohnen zahlte der Kanton knapp 3500 Franken.
Ins Auge sticht ein anderer Posten: Für die Moderation des Anlasses erhielt der SRF-Journalist Tobias Hotz 5120 Franken. Ist das angemessen? Ja, das sei es, findet Moser von der Staatskanzlei. Herr Hotz sei sehr gut vorbereitet zur Bundesratsfeier angereist gekommen. Viele Sitzungen und telefonische Kontakte hätten zuvor stattgefunden. Wie viele? «Das müsste ich nachprüfen», so der Landschreiber. Tobias Hotz kommt aus der Gegend, das war auch ein Grund für seine Anstellung. Andere Speaker, so Moser, «hätten fünfstellig fakturiert».
BF
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